Scholl - Die Knospe der Weißen Rose
Interne Referenz:
512812
Besetzung:
Singst Klavbegl Akkbez
Komponist:
BORCHERT Thomas
Verlag:
Symphonic Dimensions Publishing
Verlagsnummer:
SDP451-26
ISMN:
9790502956820
DOB_Sparte:
Musical
Epoche:
ab 2000
Genre:
Deutsch, Musical
Schlagwörter:
Musical
Im Musical von Titus Hoffmann und Thomas Borchers steht nicht Sophie im Mittelpunkt. Sie ist hier – wie in der Realität – mit dabei, doch wichtiger sind Hans Scholl, Alexander (Shurik) Schmorell und Traute Lafrenz. Hinzu kommen Inge Scholl, Freddy und Ulla. Es geht um ihre Liebeswirren und den Ursprung der „Weißen Rose“. Eine Skitour der sieben jungen Leute zur Coburger Hütte in Tirol hat es zum Jahreswechsel 1941/42 tatsächlich gegeben.
In der eingeschneiten, einsamen Skihütte sind sie ganz auf sich gestellt und ihre Gefühle wirbeln durcheinander: Sophie hält zwar zu ihrem Freund Fritz, der ist aber als Berufsoffizier oft an der Front, zudem hatte er eine Affäre mit einer anderen. Shuriks „Herzdame“ Angelika ist verheiratet und lebt in Norddeutschland. Inge hofft, der Freund der Familie Ernst Reden werde sie heiraten. Der aber liebt Jungen und Männer und würde lediglich eine Tarnehe mit ihr eingehen. Hans hatte 1935/36 mehr als ein Jahr lang eine homosexuelle Beziehung zu einem Jungen seiner Jugendgruppe. Für ihn war dieser Rolf seine „große Liebe“. Eine Romanze, die im Sommer 1941 Traute und Hans miteinander verband, zerbrach nach wenigen Wochen; doch die junge Studentin blieb der Schollfamilie verbunden.
In diesen Gefühlswirbeln ist nur eines sicher: die Seelenverwandtschaft zwischen Hans und Shurik. Sie wird die Basis der Flugblätter. Ohne Hans hätte es die „Weiße Rose“ nicht gegeben, aber nur mit Alexander gelangen die vier ersten Schriften. (Sophie wird erst bei den letzten beiden Blättern maßgeblich aktiv.) In der Skihütte ist Shurik körperlich nicht dabei, in Hans’ Gedanken ist er gegenwärtig und sie tauschen sich aus. Die jungen Menschen eint „die Suche nach etwas Höherem.“ Wofür lohnt es sich, zu brennen, „Flamme“ zu sein? Der Theaterbesucher kann sie voller Gefühl auf diesem Weg begleiten. Musical ist Unterhaltung, keine Dokumentation, aber das Spiel sollte, um glaubhaft zu sein, nicht den Tatsachen widersprechen. Den Autoren ist die Balance von Show und Realität gelungen. Bei aller künstlerischen Freiheit und Fantasie bleibt das Stück nahe an der Historie.
Es ist eine gelungene poetische Annäherung: So könnten die Sieben gedacht und gefühlt haben. Die Stärke der Aufführung liegt zudem darin, dass sie nicht zukünftige mutige Freiheitskämpfer zeigt, sondern Menschen, die trotz einer tief dunklen Zeit einfach glücklich sein wollen – keine überlegenen Helden, sondern noch Suchende. Die Zuschauer werden ermutigt, zu sich selbst zu stehen und sich für die Freiheit einzusetzen – auch für die Freiheit Andersdenkender. Dr. Robert M. Zoske Der Autor ist Theologe und Historiker. Er hat mehrere Bücher über die „Weiße Rose“ geschrieben. Zuletzt erschien von ihm 2023 in der C.H.Beck-Reihe „Wissen“: „Die Weiße Rose – Geschichte, Menschen, Vermächtnis“.
| Titel | Komponist | Interpret | Bearbeiter | Texter | Besetzung |
|---|---|---|---|---|---|
| Diese Worte bleiben | BORCHERT Thomas | Singst Klavbegl Akkbez | |||
| Glück | BORCHERT Thomas | Singst Klavbegl Akkbez | |||
| Flamme sein | BORCHERT Thomas | Singst Klavbegl Akkbez | |||
| Der Doppelgänger | BORCHERT Thomas | Singst Klavbegl Akkbez | |||
| Schicksal oder Glück | BORCHERT Thomas | 3Singst Klavbgl Akkbez | |||
| Ein Windlicht | BORCHERT Thomas | Singst Klavbegl Akkbez | |||
| Schweigen | BORCHERT Thomas | 2Singst Klavbgl Akkbez | |||
| Propaganda | BORCHERT Thomas | Singst Klavbegl Akkbez | |||
| Gemeinsam | BORCHERT Thomas | 2Singst Klavbgl Akkbez |