Passio Domini nostri Jesu Christi - Matthäuspassion (1720)
Internal Reference:
512899
Besetzung:
SoliSATB ChSATB 2Vl Va Bc
Komponist:
FREISLICH Johann Balthasar Christian
Verlag:
Ortus Musikverlag
Verlagsnummer:
OM351-1
ISMN:
9790502342630
Ausgabe:
Partitur gebunden
DOB_Sparte:
Passion
Epoche:
Bar
Ausgabeformat:
Großformat
Schlagwörter:
Passion
Zwei Passionen sind von Freislich überliefert. Neben einer Passion auf den wirkmächtigen Text des Hamburger Barthold H. Brockes (FreisWV C 4) vertonte Freislich ein Libretto zur Matthäus-Passsion(FreisWV C 2), das bereits sein Kapellkollege Johann Christoph Rothe (1653-1700) zur Grundlage einer Passion für den Hofgottesdienst an Karfreitag 1697 gemacht hatte. Zu Freislichs Matthäus-Passion ist ein Librettodruck überliefert, der es nahelegt, dass die Aufführung des Werkes 1720 in der Stadtkirche St. Trinitatis stattfand und dass das Werk dort an Stelle der über viele Jahrzehnte jährlich musizierten Matthäus-Passion von Melchior Vulpius (um 1570-1615) erklang, einer Choralpassion aus dem Jahr 1613.
Womöglich um diesen Traditionsumbruch für die Gemeinde nachvollziehbar zu halten, gestaltete Freislich die hinzutretenden Arien auf bibelfremde Texte als schlichte vierstimmige Chor-Arien, die damals von den Solisten gemeinsam vorgetragen wurden. Neben diesen Arien, die in ihrer Form singulär in der Geschichte der Oratorischen Passion sind, zeichnet sich das Werk durch ausdrucksstarke Rezitative, kurze und prägnante Turbae-Chöre und einfühlsam-kommentierende Choräle aus und ist somit auch für kleinere Kantoreien gut zu bewältigen. Das Stück lag Freislich wohl am Herzen, denn die Partitur und das Stimmenmaterial nahm er 1731 in sein Amt als Kapellmeister an St. Marien nach Danzig mit, wo es in veränderter Gestalt ebenfalls mehrfach aufgeführt wurde.